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Archive for the ‘more-translations’ Category

Everybody cans the English

Montag, August 13th, 2007

So hieß es bei uns an der Universität immer. Gerade Englisch-Studierende bekamen von Außenstehenden häufig zu hören, Englisch brauche man doch nicht zu studieren, das könne man doch. Oder: das könne doch jeder.

Schön wär’s. Auch wenn sich in internationalen Konzernen Englisch als lingua franca etabliert hat, heißt das noch lange nicht, daß dort richtiges oder gar gutes Englisch praktiziert wird. In der firmeninternen Kommunikation mag das angehen / ist das nicht so schlimm, aber Sätze wie “Unsere Frau X hatte doch Englisch in der Schule, die übersetzt uns das Angebot” oder “Frau Y hat aber gesagt, das muß so heißen, sie muß das wissen, denn sie war mal ein Jahr in den USA” hört man als Übersetzerin häufiger. Wenn sich ein Unternehmen als seriöser Geschäftspartner darstellen will, muß es in der Außenwirkung unbedingt darauf achten, daß frendsprachliche Veröffentlichungen oder andere Kommunikationen sprachlich einwandfrei sind.

Mir persönlich ist ein Fall bekannt, in dem ein Prospekt eingestampft wurde. Der Prospekt – sehr werblich und entsprechend in anspruchsvollem Deutsch abgefaßt – wurde von einer englisch muttersprachlichen Ingenieurin ins Englische übersetzt. Nach dem Druck wurde die Übersetzungsabteilung gebeten, den Prospekt doch vorsichtshalber mal auf die Richtigkeit der Silbentrennung im Englischen zu überprüfen. Es stellte sich allerdings heraus, daß schon die sprachliche Form des Englischen unzureichend war. Vermutlich war die Ingenieurin einfach mit dem Ausgangstext überfordert. Eingestampft wurde der Prospekt allerdings nicht wegern der im Englischen eigenartigen bis lächerlichen Formulierungen, sondern weil ein fachlicher Fehler (falsche technische Zahlenangabe) übersehen worden war.

Wenn mangelhafte Texte veröffentlicht werden, kann das für ein Unternehmen durchaus peinlich werden. Schlimmer allerdings, wenn durch Übersetzungsfehler oder Fehler von Nicht-Übersetzern wirkliche Schäden entstehen oder gar Menschen in ihrer Gesundheit geschäfigt werden.
Dieser Bericht des Hauptstadtblogs und der Berliner Morgenpost war der Grund für diesen Blogbeitrag.

Übersetzungs-Dogmen

Donnerstag, Juli 26th, 2007

Muttersprachliche Kompetenz?

Im allgemeinen wird gefordert, daß Übersetzungen nur von der Fremdsprache in die Muttersprache angefertigt werden, weil frau sich einfach in der Muttersprache sicher bewegt und daher besser ausdrücken kann.

Die folgenden Begriffe stammen aus einem vor kurzem übersetzten Text aus dem Bereich Bauen/Sanieren:

In zweiter Baulinie
Nebenflächenprogramm
Breitkorblösungen
Sauberkeitsschicht
Aufzugsunterfahrt
Perimeterdämmung
Fugenglattstrich
teilelementierte Decken
Schachtkopf
Durchlader
Mitläuferleiste
RWA
OKFF
Objektsortierung
Magerbetonabtreppungen
Gefälleestrich
Elektrosteigestränge
Mehrschichtverbundrohr
Holzumfassungszarge
Griffoliven
Sicherheitswechselgarnitur
Außenverschattung
Müllstandsflächen
Streichisolierung
Eiche gestreift im Parallelverband
mithörgesperrt
Deckenauslaß in Ausschaltung
Einlocheinhebelmischer
Klapp-Schwingausführung

Manches kann frau sich als Muttersprachler/in erschließen, aber ein/e Übersetzer/in, die einen solchen Text in einer Fremdsprache vor sich sieht, braucht ein gerüttelt Maß an Fachwissen, um eine fachlich angemessene Lösung zu finden.
Wir sind daher der Meinung, eine Übersetzung wird im optimalen Fall von einem/r Muttersprachler/in der Ausgangssprache erstellt, die die „technisch-fachliche“ Grundlage liefert. Danach muß allerdings ein/e Muttersprachler/in der Zielsprache mit dem sprachlichen „Feinschliff“ betraut werden.


Linktausch mit System