Landpartie
Montag, September 17th, 2007Gestern mit Slow Food Berlin auf Landpartie . Zuerst ging es nach Bornow. Bornow gehört zur Gemeinde Beeskow im Osten Brandenburgs. Es ist eine Landschaft, die im besten Sinne ländliche Idylle pur repräsentiert, für den “Metropolen-Städter” vermittelt sie wohltuend Ruhe im Bewußtsein, es ist ja nur für ein paar Stunden.
Zunächst wurde eine Gärtnerei besichtigt, die sich auf alte Tomatensorten spezialisiert hat. Tomatensorten, die für den industriellen Anbau aus vielfältigen wirtschaftlichen Gründen uninteressant zum Anbau sind, aber – wie sich zeigt – von abwechslungsreicher intensiver Geschmacksvielfalt und Formenvielfalt sind. Tomaten, so klein wie Johannisbeeren, so groß, daß eine Tomate für einen Salat für zwei Personen reicht. Tomaten, die auf Grund ihrer leicht mehligen Konsistenz mehr für Saucen geeignet sind, Tomaten, die sich auf Grund ihrer Saftigkeit wunderbar als Brotbelag eignen. Auf dem Weg zur Tomantenverkostung entlang eines Eichenhains und durch märkische Magerwiesen entdeckten wir Steinpilze gigantischen Ausmaßes. Ich war insbsondere in meiner Kindheit oft Pilze sammeln, aber so große Steinpilze in dieser Anzahl habe ich noch nie gesehen.
Nach diesem Pilzbild hier die bildliche Dokumentation der Tomatenvielfalt.
Die Tomaten gibt es auch in Berlin auf dem Wochenmarkt am Karl-August-Platz in Charlottenburg mittwochs ab 7.00 Uhr früh zu kaufen. Nach Aussage der Gärtnerin sind die Tomaten spätestens 8.30 Uhr ausverkauft. Außergewöhnliche Geschmackserlebnisse bedingen außergewöhnliche Anstrengungen. Etwas ganz Besonderes war die Kombination von frischem Wabenhonig mit Kapstachelbeere.
Nächste Station unserer Landpartie war das Gut Hirschaue in Birkholz. Hier hat sich eine Landwirtsfamilie auf ökologische Wildgatterhaltung spezialisiert. Auf über 380 ha Land wird Dam- und Rotwild gehalten.
Die Tiere verfügen über mehrere Hektar große artgerechte Futterflächen. Der Boden wird nach Äsung des Wildes und vor der Neuansaat von Winterroggen von einer Horde märkischer Sattelschweine, eine Kreuzung von Wildschwein und einer Haustierrasse, “umgepflügt”.
Die Schweine machten einen wirklich glücklichen Eindruck und – die Vegetarierer wird es grausen – ich mußte daran denken, daß das Fleisch dieser Tiere mit allergrößter Wahrscheinlichkeit sehr wohlschmeckend ist. Gut Hirschaue bietet seine Produkte auf den Spezialmärkten auf Domäne Dahlem an und ab Oktober auch auf dem Markt an den Gropius-Passagen. Zudem bekommt der Genießer das Fleisch vom märkischen Sattelschwein im Endverbraucher-Laden Frischeparadies in der Morsestraße 2.
Noch ein schweiniges Schweinebild
Die Landpartie endete in der Alten Schule in Reichenwalde mit einem Dreigang-Menü und reichlich Wein. Zur Alten Schule gibt es Informationen im Gault Millau. Ein schöner Spätsommer-Sonntag, leider dieses Jaht nicht mehr so oft zu erwarten.






