Ganz verrückt, die Berliner Tierwelt
Sonntag, Dezember 19th, 2010Vor einer knappen Stunde auf dem Rückweg vom Charlottenburger Weihnachtsmarkt hatten wir an der Schloßbrücke eine unerwartete Begegnung. Es war natürlich schon dunkel, frostig kalt, 25 cm Schnee, auf den Straßen weggefahren, auf den Bürgersteigen plattgetreten.
Plötzlich läuft vor uns ein Fuchs vorbei. Er zeigt keine Angst, aber auch kein Interesse an Menschen. Ganz klar, ein erfahrenes Stadttier. Er schnürt zielstrebig über die Schloßbrücke auf die Nordseite, vorbei an anderen Fußgängern, biegt dann nach rechts, um wieder direkt an der Spree langzulaufen. Wir sehen ihn am anderen Ufer auf die nächste Anlegestelle zulaufen, kurz gucken, dann läuft er weiter, kurzer Schwenk an der Spreeausbuchtung, dann sehen wir ihn wieder am Ufer langlaufen. Auf dem Schnee ist er trotz der schlechten Beleuchtung gut sichtbar.
Der Fuchs war erstaunlich groß, irgendwie hätte ich mir Füchse doch etwas kleiner vorgestellt. Sehr hochbeinig, der Körper sehr lang, schöner buschiger Schwanz. Er war schön rot, das Fell sah auch gut aus, also ein Prachtexemplar. Zweifellos kennt er alle Stellen, wo in Berlin Anwohner und Touristen ihren Müll abladen.
Bereits vor 5 Jahren haben wir in Berlin auf der Franklinstraße schon mal einen Fuchs gesehen, der sah aber eher etwas mottenzerfressen aus.
Vor zwei Jahren lief mal im Frühjahr ein wunderschönes leuchtendrotes Tier bei uns durch den Garten. Die Farbe war viel imposanter als ich jemals gesehen habe.
Einfach tolle Tiere, die Füchse.
Nur schade, daß ich den Fotoapparat erst rausgeholt und angemacht hatte, als der Fuchs nur noch klein am anderen Ufer zu erkennen war!
