Österliches
Montag, April 25th, 2011Schnell, bevor Ostern vorbei ist, noch ein österlicher Beitrag.
Über einen Brauch aus Süddeutschland, genauer gesagt, Franken, ganz genau, ursprünglich aus Oberfranken.
Dort werden jedes Jahr kurz vor Ostern die Brunnen mit Pflanzengirlanden und bunten Eiern geschmückt. Meist wird der Brauch darauf zurückgeführt, daß einerseits der Frühling begrüßt werden soll, und Eier als Symbol des Lebens gelten, andererseits gerade auf der karstigen Hochfläche der Fränkischen Schweiz Wasser ein knappes Gut war und Brunnen eine wichtige Rolle zukam. Wikipedia datiert das Aufkommen der geschmückten Osterbrunnen auf den Anfang des 20. Jahrhunderts, wobei vielleicht die stärkere touristische Erschließung der Region auch eine Rolle gespielt haben mag.
Bilder von Osterbrunnen und Osterkronen liefert das Internet zuhauf. Mal werden die Brunnen einfach mit bunten Plastikeiern geschmückt, mal werden nur für die Osterzeit “unechte” Brunnen aufgestelle und geschmückt, mal bevölkern große Hasenfamilien aus Heu das Dorf.
In Aufseß, wo Wikipedia den Ursprung dieses Brauchs sieht, werden jedes Jahr am echten Dorfbrunnen oben auf dem Berg Tannenbäume aufgestellt und mit Eiern behängt, während unten im Tal Hunderte, wenn nicht gar Tausende von Eiern auf grünen Girlanden die Geländer der kleinen Brücke über die Aufseß zieren – alle natürlich echt, ausgeblasen und individuell bemalt.
Berlin hat da (noch) einiges nachzuholen.
Schön ist es hier zu Ostern dennoch.



