Langer Tag der Stadtnatur – Katzenhilfe
Samstag, Juli 12th, 2008Katzenhilfe in der Großstadt, Aktion Kitty
Ein vollgepacktes Wochenende.
Sonnabend nachmittag war ich in der Rubrik “Wirbeltiere” zugange, genauer gesagt, bei der Katzenhilfe Kreuzberg.
Die Gesellschaft aktiontier kümmert sich um Tierschutzbelange in ganz Deutschland.
Mich interessiert natürlich besonders die Arbeit der Katzenhilfe Berlin, der “Aktion Kitty“. Besucher sind – ganz Klischee – meist Frauen und meist ältere Leute. Diese Organisation füttert wildlebende Katzen (keine Katzen der Gattung Wildkatze, sondern weggelaufene, wildgeborene oder ausgesetzte Stubentiger, die ihr täglich Brot eher kläglich auf unseren Straßen fangen müssen). An aktuell 200 Futterstellen in Berlin werden jeden Tag Katzen gefüttert und geliebt, die sonst keinen Menschen (mehr) haben.
Die wildlebenden Katzen werden eingefangen, vielleicht läßt sich ja anhand von Tätowierung oder Chip ein Besitzer ausfindig machen. Sonst werden alle Katzen und Kater tierärztlich untersucht, behandelt und kastriert, damit nicht noch mehr unerwünschte Kätzchen geboren werden. Trächtige Katzen werden versorgt, die Kinder vermittelt. Alle erwachsenen Tiere, die ja häufig keine Menschen gewöhnt sind und sehr scheu reagieren, werden an ihrem gewohnten Futterplatz wieder ausgesetzt. Und natürlich weiter gefüttert.
Bemerkenswert ist, daß es im Osten Berlins mehr Futterstellen gibt als im Westen, weil im Osten wohl die Kastration von Katzen nich so weit verbreitet war.
Da Aktion Kitty in Berlin nur zwei Tierärztinnen hat, die mitarbeiten, wurde eine geniale Konstruktion erfunden: Das Katzen-Kastrations-Hängebrett, damit keine zweite tierärztlich ausgebildete Person zur Hilfestellung mehr erforderlich ist.
Die genauen Futterstellen der Katzen werden natürlich nicht bekanntgegeben, auch ich konnte keine in meiner Umgebung ausfindig machen. Es bleibt also nur, zu spenden oder privat wildlebende Katzen zu füttern und ihnen ein trockenes und warmes Winterquartier zu bauen. Auch dabei hilft Aktion Kitty gern.
PS: Unsere beiden Kater hatten eben andere Probleme: Sie hätten gern ihre Kräfte mit dem Krähenjungen auf der Straße gemessen, aber ein Krähen-Elternteil hat so drohend geschrien, daß ein Kater geflohen ist und der andere gerade einen Demonstrationsschlaf (“Ich weiß doch gar nicht, was Ihr habt, das Tier interessiert mich doch nicht die Bohne”) auf dem Fensterbrett durchführt.




