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Archive for März, 2008

Hamburger Weinsalon

Montag, März 10th, 2008

Nun ist eine Woche nach dem Besuch des Hamburger Weinsalons vergangen, und ich komme erst jetzt dazu, über meine Eindrücke von den dort präsentierten Weinen zu schreiben. Einige der verkosteten Weine sind schon aus meinen Erinnerungen gelöscht, blättere ich in meinen Verkostungsnotizen, kommen aber die Aha-Erlebnisse der Weine zurück, die wirklich Eindruck hinterlassen haben.
Vom Weingut Thanisch haben wir eine feinherbe Spätlese und einen Kabinett Alte Reben verkostet. Beide Weine waren in der Aromastruktur sehr ähnlich, die Spätlese war in allem intensiver. Wir schmeckten vor allem Fruchtaromen wie Grapefruit und Melone.
Eine weiterer Wein, der uns sehr beeindruckte, war der Riesling Winninger Uhlen des Weinguts Beate Knebel. Mir sind die Rieslinge von Heymann Löwenstein und sein Wein vom Winniger Uhlen bekannt, und ich würde diese gerne mal mit denen vom Weingut Reinhard und Beate Knebel vergleichen. Der Riesling beeindruckte uns durch seine Honig- und Pfirsicharomen, seine dezente Süße und sein feines Säurespiel. Die Riesling des Weinguts Bürklin Wolf, insbesondere der Riesling Ungeheuer G.C. 2003 beindruckte uns, ebenso der noch etwas verschlossene mineralische Riesling Kabinett 2007 von Gunderloch. Bei Heyl von Herrnshein konnten wir einen Riesling probieren, der für kurze Zeit in einem 500 l “Barrique”-Fass lag. Ich persönlich stehe der Barrique-Begeisterung etwas skeptisch gegenüber, insbesonders bei Weißweinen und besonders bei Rieslingen. Rieslinge betören immer wieder durch ihr Süße-Säure-Spiel, und da sind Vanilletöne und andere mit dem Barriquefass verbundene Aromen nur störend. Heyl von Herrnsheim ist eine besonders dezente und schöne Variation von Riesling und Holzfass gelungen, auch wenn er nicht zu meinen Favoriten gehört, findet er bestimmt seine Liebhaber. Ein weiteres erwähnswertes Weingut ist der österreichische Betrieb Hobbyweigut Schlamberger. Sein Grand GRÜ Krems Pfaffenberger zeichnete sich durch ausgewogene Säure, komplexe Frucht und leichte Honigtöne aus. Das Hobbyweingut wurde auf dem Hamburger Weinsalon als die Entdeckung des Jahres in der Kategorie “international” ausgezeichnet, deshalb hier eine Linkempfehlung Hobbyweingut Schlamberger, Krems, Kremstal (Österreich), nicht nur deshalb, sondern weil uns die Weine besonders gut mundeten und die Preisliste auf der Webseite durch ein durch ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis beeindruckt. Leider, wie schon berichtet, sind wir nicht mehr dazu gekommen, die Rotweine zu degustieren. Nächstes Jahr werden wir uns mehr Zeit nehmen.

Der Duft von Reis, das Platschen von Wasser – die Küche Vietnams

Donnerstag, März 6th, 2008

Am 05. März 2008 wurde das Viethaus, ein vietnamesisches Handels- und Kulturzentrum, in der Leipziger Straße in Berlin eröffnet. Das Haus ist noch nicht komplett fertig gebaut, aber man kann sich schon vorstellen, dass das Zentrum, das eine Geschäftfläche von ca. 4300 m² hat, einen wirtschaftlichen Schwung bringen wird und die Beziehung zwischen Deutschland und Vietnam verstärken wird.

Ich war zur Eröffnungsparty eingeladen.
Ich habe zwar viele vietnamesische Freunde, aber kenne sehr wenig von Vietnam. Die Tracht, Musik, Tanz, Instrumente, Kampfsport …..usw., die bei der Party präsentiert wurden, waren für mich äußerst interessant. Und das, was mir noch interessanter klang, war ein Büffet von verschiedenen vietnamesischen Spezialitäten wie z. B. Saigonrolle, Glücksrolle, Fleischspießen, frittierter Möhre, Reisnudelsalat, frittierten Garnelen, gekochtem Fleisch und Klebreistorte. Mir hat alles gut geschmeckt.
Viele Leute denken, dass die vietnamesische Küche sehr würzig und scharf sein könnte, aber die Gerichte, die angeboten wurden, wurden nach originalen Rezepturen zubereitet und waren mild, leicht und herzhaft. Nuoc Nam (Fischsoße), Chiliöl oder Chilipaste gehören zum Tischgedeck, deshalb kann man Gerichte jederzeit nachwürzen.

Nach dem Genießen von Büffet bin ich zu einer Dame gegangen, die eine Tracht an hatte und auf dem Boden saß. Vor ihr befanden sich ein großer Topf mit heißem Wasser, ein großer Topf mit Brühe, gegarte Reisnudeln, frittierte Tofuwürfel und verschiedene Kräuter. Ich habe mir eine Portion bestellt. Die Dame hat zunächst etwas von Reisnudeln in heißem Wasser aufgewärmt, dann in eine Suppenschale gegeben, mit Tofuwürfeln und Kräutern bestreut und mit der Brühe begossen. Es war eine Reisnudelsuppe. Lecker!

In Berlin leben wegen eines historischen Hintergrunds viele Vietnamesen, und viele von ihnen sind in gastronomischen Bereichen tätig. Sie arbeiten in Sushi-Bars und in chinesischen bzw. thailändischen Restaurants. Ein Freund sagt, dass es sehr wenig vietnamesische Restaurants gibt und kaum ein Restaurant originale vietnamesische Gerichte anbietet.
„Es schmeckt nach gar nichts.“ Das ist ein Satz, der von vielen Deutschen beim Essen von nicht nur vietnamesischen, sondern auch japanischen Gerichten ausgesprochen wird. Dies finde ich schade. Durch dickflüssige Soßen, eine großzügige Menge von Kräutern und chemischen Geschmacksverstärkungen hat man den ursprünglichen Geschmack von Grundnahrungsmitteln vergessen.

Allerdings bin ich froh, dass ich eine Adresse mehr in meinem Adressenbuch eintragen konnte. Mein Adressbuch steht nämlich leer, weil ich ständig auf der Suche nach Restaurants mit originalen Speisen bin.

Shoko Kono


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