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Archive for November, 2007

Friedhöfe in Berlin

Freitag, November 9th, 2007

Erster Bericht: Der Friedhof der Namenlosen

Schon länger hatte ich die Idee, mehrere Berichte über Friedhöfe in Berlin zu schreiben. Zufällig bin ich mit meiner Frau vor einiger Zeit auf den Friedhof in der Liesenstraße gestoßen, und dieser Friedhof hatte ewas Verwildertes, welches uns sehr gefiel, und weitere Begegnungen mit Friedhöfen verstärkten diesen Eindruck, zum Beispiel der Friedhof an der Bergstraße. Hier soll von diesen Friedhöfen zunächst einmal nicht die Rede sein.

Der erste Friedhof, den ich vorstellen will, ist der Friedhof der Namenlosen im Grunewald. Die Geschichte diese Friedhofs begann vor 130 Jahren als Selbstmörderfriedhof. Hier wurden zunächst Selbstmörder beerdigt, die auf den offiziellen Friedhöfen der Kirchen keine Ruhestätte bekamen. Ab 1927 wurde der Friedhof auch für andere Personen als Selbstmörder genutzt. Offiziell heißt der Friedhof “Grunewald Forst”, der Name verweist auf den Standort mitten im Grunewald zwischen der Halbinsel Schildhorn und Teufelssee. Am Wochenende kann man mit einem Oldtimer-Bus der Linie 218 bis zur Station Havelchaussee fahren

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und dann der Beschilderung zum Friedhof folgen. Der Oldtimer-Bus macht wahrlich den Eindruck eines uralten Busses, wenn dann der Fahrgast das Baujahr liest, 1972, ist er doch überrascht, hatte er doch diese Zeit als moderne Zeit in Erinnerung und nicht als Zeit für nostalgische Verklärungen.

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Der Friedhof liegt auf einer kleinen Lichtung und sieht sehr verwunschen aus. Zunächst überraschen mehrere russische Gräber. Hier sollen nach Berlin geflohene Anhänger des Zaren begraben sein, die sich aus Gram über den Tod des Zaren umbrachten. Die Grabschriften sind oft kurz “Hier ruht Mama” oder kurz und lakonisch die Grabinschrift eines Oberförsters “Jagd vorbei” oder unermüdlich im Dienste der eigenen Profession, des eigenen Unternehmens “Beste Grabmale für Persönlichkeiten aus Berlin und Brandenburg xxx”. Aber das eigentliche Highlight des Friedhofes für jemanden, der seine Jugendzeit in den sechziger und siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts erlebt hat, ist das Grab von Nico, der Sängerin von Velvet Underground.

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Einer Gruppe, die zu der Zeit zu meinen Lieblingsbands gehörte, und wie auf dem Foto zu ersehen ist, gibt es immer noch Fans.


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