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Archive for August, 2007

Die Fischerhütte

Sonntag, August 19th, 2007

Galt unser kulinarisches Intresse letztes Mal einem gatronomischen Objekt, welches den meisten Interessierten unbekannt ist, besuchten wir diesmal die Fischerhütte am Schlachtensee, ein traditionelles Berliner Ausflugslokal mit Biergarten, Restaurant und Weinstube. Mit einer skeptischen Grundstimmung näherten wir uns der Fischerhütte. Traditionslokale mit hohem Publikumsandrang sind meist eine Entäuschung, die Massen sind oft Garant für Nepp und Enttäuschung. Um es vorwegzunehmen, wir waren angenehm überrascht. Auf einer Schiefertafel wird der Gast mit “Grüß Gott” begrüßt, für uns als langjährige Bewohner von Bayern nicht so exotisch wie wohl für die meisten Berliner. Ich erinnere mich gerade an den Kommentar von zwei Berlinern, als sie bayerische Weißwürste auf dem Wochenmarkt am Käthe-Kollwitz-Platz sichteten: “Schau mal, Weißwürtste, ist ja echt multikulturell.” Von der Terasse des Restaurants blickt man auf den Schlachtensee, wir beobachteten die Badenden in der sommerlichen Abendstimmung und ließen uns trotz eifrigen Gewusels um uns herum von der Stimmung am See verzaubern.

 

 

fischerhutte2.jpg

Fischerhütte Restaurant


 

 

 

Blick von der Terrase über den Biergarten auf den Schlachtensee

Die Ausstattung des Restaurants mit weißen Stofftischdecken, weißen Stoffservietten, bereits eingedeckten Wassergläsern und zweierlei Brot mit Kräuterquark als Amuse Gueule weckt hohe Erwartungen. Obwohl die Terrasse des Restaurants sehr gut besucht war, wurden wir zügig und aufmerksam bedient, überhaupt zeichnete sich der Service durch hohe Professionalität aus, was für ein Lokal mit “Massengeschäft” heute zu den seltenen Ausnahmen zählt. Die Terrasse ist sehr eng bestuhlt, was je nach Stimmung als störend empfunden werden kann, uns hat es gestern nicht beeinträchtigt.

Die Speisekarte beschränkt sich auf einige überschaubare Positionen, die es der Küche bei solch einem Massengeschäft ermöglichen, ein gewisses Niveau zu halten. Die Speisekarte wird von gastronomischen Evergreens wie Wiener Schnitzel, Sauerbraten und Tafelspitz dominiert. (mehr…)

Everybody cans the English

Montag, August 13th, 2007

So hieß es bei uns an der Universität immer. Gerade Englisch-Studierende bekamen von Außenstehenden häufig zu hören, Englisch brauche man doch nicht zu studieren, das könne man doch. Oder: das könne doch jeder.

Schön wär’s. Auch wenn sich in internationalen Konzernen Englisch als lingua franca etabliert hat, heißt das noch lange nicht, daß dort richtiges oder gar gutes Englisch praktiziert wird. In der firmeninternen Kommunikation mag das angehen / ist das nicht so schlimm, aber Sätze wie “Unsere Frau X hatte doch Englisch in der Schule, die übersetzt uns das Angebot” oder “Frau Y hat aber gesagt, das muß so heißen, sie muß das wissen, denn sie war mal ein Jahr in den USA” hört man als Übersetzerin häufiger. Wenn sich ein Unternehmen als seriöser Geschäftspartner darstellen will, muß es in der Außenwirkung unbedingt darauf achten, daß frendsprachliche Veröffentlichungen oder andere Kommunikationen sprachlich einwandfrei sind.

Mir persönlich ist ein Fall bekannt, in dem ein Prospekt eingestampft wurde. Der Prospekt – sehr werblich und entsprechend in anspruchsvollem Deutsch abgefaßt – wurde von einer englisch muttersprachlichen Ingenieurin ins Englische übersetzt. Nach dem Druck wurde die Übersetzungsabteilung gebeten, den Prospekt doch vorsichtshalber mal auf die Richtigkeit der Silbentrennung im Englischen zu überprüfen. Es stellte sich allerdings heraus, daß schon die sprachliche Form des Englischen unzureichend war. Vermutlich war die Ingenieurin einfach mit dem Ausgangstext überfordert. Eingestampft wurde der Prospekt allerdings nicht wegern der im Englischen eigenartigen bis lächerlichen Formulierungen, sondern weil ein fachlicher Fehler (falsche technische Zahlenangabe) übersehen worden war.

Wenn mangelhafte Texte veröffentlicht werden, kann das für ein Unternehmen durchaus peinlich werden. Schlimmer allerdings, wenn durch Übersetzungsfehler oder Fehler von Nicht-Übersetzern wirkliche Schäden entstehen oder gar Menschen in ihrer Gesundheit geschäfigt werden.
Dieser Bericht des Hauptstadtblogs und der Berliner Morgenpost war der Grund für diesen Blogbeitrag.


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