Der Gaideck, eine Fischbude
Unsere erste Gastrokritik trifft ein Etablissement, das genaugenommen kein Restaurant im eigentlichen Sinne ist.
Des Gaideck nennt sich selbst Fischbude beziehungsweise Sushibude.
Der Gaideck vereint ein Fischgeschäft mit Schwerpunkt auf Räucherwaren mit einem Restaurant, welches nicht ganz weiß, ob es nicht doch ein anspruchsvoller Imbiss ist. Ich würde sagen, für ein romantisches Tête-à-Tête eignet es sich nicht,
will man jedoch Sushi in hervorragender Qualität verschnabulieren, verschiedenen Matjes verköstigen oder sich Fischgrillplatten gourmandmäßig hingeben und dies vieleicht noch mit einem Einkauf von Aran-Wildlachs oder wunderbar frischem Thunfisch verbinden, ist der Genießer hier an der richtigen Stelle. Nicht umsonst hat der Feinschmecker das Gaideck schon mehrmals als eines der besten Fischgeschäfte in Deutschland ausgezeichnet. Die Weinpreise sind sehr moderat, und der einfache Riesling war ein schön süffiger Wein, und in seiner Preiskategorie von 3,00 € für 0,2 l sogar ein ausgezeichneter Wein und wohl selten in dieser Art der Gastronomie anzutreffen. Die Vorspeisen, Hummerkrabben im Tempurateig und Crab-Sticks mit Avocado in Seetang gerollt und gebacken, haben uns vorzüglich gemundet. Die Sushi-Platte mit sieben verschiedenen Variationen und fünfzehn Portionen war abwechslungsreich und aromatisch und frisch vom Sushi-Meister Kominato zubereitet. Die Fischgrillplatte hätte etwas mehr Salz vertragen, aber man kann ja nachwürzen. Das Dessert “Japanischer Reiskuchen mit roten Bohnen” hat uns nicht vom Hocker gerissen, aber ist ja immer wieder interessant, welche Vorlieben andere Länder haben. Trotz der hier gemachten kritischen Bemerkungen waren wir ganz begeistert und haben nach dem Essen beim Fischeinkauf noch einmal richtig zugeschlagen. Bei all den Leckereien fällt es schwer, sich zurückzuhalten. Daher gibt es in den nächsten Tagen Matjes in Sherry, geräuchert und als Doppelmatjes und, nicht zu vergessen, den hervorragenden Wildlachs. Das Gaideck befindet sich in Hermsdorf in der Heinsestr. 53,
es hat sieben Tage in der Woche geöffnet, Sonntags von 12-21 Uhr, sonst von 11 -22 Uhr. Anreise mit der BVG, S-Bahn-Linie 1 bis Hermsdorf, und dann sind es nur noch einige Meter bis zur Fischbude Gaideck. Autofahrer seien auf ihr Navigationssystem, ihre Karte oder ihren Orientierungssinn hingewiesen.
Wir unterscheiden bei unserer Gastrokritik in:
A: Spitzenrestaurant
B: Restaurant mit Gourmet-Anspruch
C: Einfaches Restaurant, Biergarten, Imbiß
Küche: Noten von 1 bis 6 bezogen auf den Restaurant-Typ
Wein: Noten von 1 bis 6 bezogen auf den Restaurant-Typ
Preisklasse immer bezogen auf den Restaurant-Typ: hoch, mittel, günstig, Schnäppchen
Austattung immer bezogen auf den Restaurant-Typ: edel, hat was, funktional, 08/15, rustikal
Service: perfekt unaufdringlich; nervend, aber versteht sein Handwerk; paßt so gerade ; bemüht, aber etwas unkoordiniert; durch und durch eine Null
Sanitär: man kann vom Boden essen; beeindruckend; na ja, wie zu Hause; geht so gerade; man sollte den Ort meiden
Das Gaideck schnitt ab: Restaurantyp: C; Küche: 2; Wein: 2+; Preisklasse: mittel; Ausstattung: funktional; Service: paßt so gerade (Ladentheke hervoragend); Sanitär: beeindruckend


